Frankia wird 50 und knapp 200 Frankia-Reisemobile aus allen Jahrgängen waren mit dabei!

Giam Hoang, der Geschäftsführer von Frankia wollte dieses Jahr, zum 50-jährigen Bestehen der Marke Frankia etwas besonderes machen, also lud er zur großen Fahrt nach Frankreich an die Loire und an die Atlantikküste nach Pornic ein.

Am 21.4.10 ging's los, wir trafen uns mit Kunden und Händlerkollegen am Startpunkt der Tour in einem kleinen Örtchen an der Loire. Nur machte uns die französische Strassenmeisterei einen kleinen Strich durch die Rechnung. Direkt vor der Brücke über die Loire stand ein Schild, wegen Bauarbeiten steht nur eine 2,10m breite Fahrspur zur Verfügung. Na super, also umdrehen, 22 km zurück fahren zu einer anderen Brücke und wieder 22 km fahren bis wir auf der anderen Seite der Brücke waren. Eine Umleitung, oder wenigstens frühzeitig auf die Baustelle hinweisen hätte uns allen das Leben etwas einfacher gemacht. Aber wir waren ja im Urlaub und nicht auf der Flucht, also ließen wir uns nicht stressen.

Aber ein schöner Campingplatz in einem Schloßgarten entschädigte uns dann wieder für die Strapazen der Anfahrt. Nachmittags ging es dann stilecht zur ersten gemeinsamen Veranstaltung, einer Weinprobe. Als Pfälzer ist das für uns natürlich immer etwas ganz besonderes, immerhin sind wir ja mit dem Wein schon groß geworden! Abends gab es dann ein großes gemeinsames Essen mit Live-Band und Tanz.

Am nächsten Morgen mussten wir leider feststellen, dass der ortsansässige Bäcker mit der schieren Menge an Reisemobilisten etwas überfordert war und schwer schaffen musste, um auf einmal 200 Baguettes mehr zu backen. Es wurden aber alle satt und gut gestärkt ging es dann weiter zu den beiden schönsten und bekanntesten Schlössern an der Loire. Schloss Chambord wurde in der ersten Hälfte des 16ten Jahrhunderts errichtet und ist wohl das größte Schloss an der Loire. Immerhin 440 Räume, 365 Feuerstellen und 84 verschiedene Treppen sorgen dafür, dass man sich ab und an ein Navigationsgerät für das Schlossinnere wünscht. Auch der große zum Schloss gehörende Park ist einen Abstecher wert, immerhin 5.433 Hektar mißt das ehemalige Jagdgebiet und läd zu ausgedehnten Wanderungen ein. Dazu blieb uns leider keine Zeit, denn nach der ausführlichen Schlossbesichtigung ging es direkt weiter nach Schloss Chenonceau.

Chenonceau ist nach Versailles das meist besuchte Schloss Frankreichs, und ich muß sagen, dass ist es auch völlig zurecht. Die große Galerie des Schlosses führt wie eine Brücke über den Fluß und ist im Vergleich zu manch anderem Schloss auch innen noch sehr gut erhalten und gepflegt. die Räume sind noch schön möbliert. Vorallem die ehemalige Küche mit dem riesigen Feuerherd ist sehr interessant! Was lob ich mir da den 3-Flammen-Gasherd in unserem Frankia. Auch der Gasbackofen ist doch um einiges leichter zu bedienen als dieses alte Ungetüm.

Nach den beiden Schloßbesichtigungen blieb erstmal etwas Zeit zum Entspannen in einer netten Runde auf dem Campingplatz und dann wurden wir wieder von Frankia zum großen Abendessen eingeladen.

Freitags fuhren dann die knapp 200 Frankias gen Westen an den Atlantik in das kleine Örtchen Pornic in der Nähe des Frankia Mutterkonzerns Pilote. Mich wundert es heute noch, dass wir keinen Riesenstau auf den französischen Strassen verursacht haben, aber es klappte erstaunlich gut und alle sind wieder pünktlich zur Abendveranstaltung angekommen.

Am Samstag besichtigten wir in kleinen Gruppen das Örtchen Pornic und vorallem den Markt. Französische Strassenmärkte haben einfach ein gewisses Flair, dass wir sonst noch nirgends in Europa wieder gefunden haben. Laisez-faire von der guten Seite. Einfach ein bisschen durch die Marktstände schlendern und das wundervolle Wetter geniessen. Damit die Füße von der Marktbesichtigung nicht platt wurden legten wir noch eine kleine Pause in einem Cafe ein und ließen die Seele etwas baumeln.

Abends fand dann die eigentliche Geburtstagsfeier mit Galaabend in der Festhalle von Pornic statt. Eigentlich schade, dass diese Halle mittlerweile abgerissen wurde und Platz machen muß für ein Casino, aber die französische Atlantikküste war ja durchaus berühmt für Ihre Casinos. Immerhin spielt der James Bond Roman Casino Royale von Ian Fleming aus dem Jahr 1953 (der erste James Bond Roman) in einem Casino in dieser Gegend Frankreichs. Es war eine schöne Feier und sogar der Bürgermeister von Marktschorgast, Hans Tischhöfer ließ es sich nicht nehmen eigens für die 50-Jahr-Feier nach Frankreich zu reisen um zusammen mit seinem Amtskollegen aus Pornic, Philippe Boënnec, Frankia Geschäftsführer Giam Hoang und Pilote Chef Philippe Padiou die Grußworte zu sprechen. Sehr interessant war auch die Dia-Show zur Geschichte von Frankia.

In 50 Jahren sammeln sich doch einige besondere Ereignise an. Allein schon den Firmennamen unter dem 1960 in Marktschorgast die Fertigung startete, ist, finde ich etwas besonderes, "Feriela" nannten sich die ersten Wohnwagen. 1983 wurde dann umgetauft in Frankia, um auch den eindeutigen Bezug zur Heimatregion in Franken darzustellen. 1976 wurden sogar für das Versandhaus Quelle die Wohnwagen "Kurier" gefertigt und über den Katalog vertrieben! Mitte der 90er wurde die Produktion dann komplett auf Reisemobile umgestellt, parallel dazu übernahm mit der Pilote-Gruppe aus Frankreich ein langfristig denkender Investor die Firma und es wurden neue Investitionen in Angriff genommen. So entstanden 1992 komplett neue Fertigungshallen für die Fahrzeuge. Im alten Stammwerk Grundmühle war weiterhin die Schreinerei und die Seitenwandfertigung untergebracht. Unter der Führung von Herrn Giam Hoang wurden seit 1990 immer wieder neue Innovationen forciert, so baute und baut Frankia als einer der ersten Hersteller einen durchgehenden Doppelboden um die Fahrzeuge winterfest zu machen und zum 40ten Jubiläum wurden die ersten Slide-Out-Fahrzeuge produziert. Sonst nur Riesen-Womos auf Busfahrgestellen zu Preisen weit jenseits der 250.000 € vorbehalten entdeckte Frankia eine Marktlücke für sich. 2001 stieg die Pilote-Gruppe auch bei RMB ein und gliederte diese mittlerweile bei Frankia mit ein. Wie stark Frankia aufgestellt ist und wie gut die Zusammenarbeit mit dem Eigner Pilote funktioniert, zeigte sich auf traurige Weise im Dezember 2005 als das Stammwerk Grundmühle komplett durch einen Brand zerstört wurde. Aber auch das konnte Frankia nicht vom Erfolgskurs abbringen.  Nur wenige Wochen nach dem verherenden Brand konnte Frankia aus eigenen Mitteln schon die Bestellungen für neue Maschinen und neue Werkshallen abschliessen - noch bevor die Versicherung auch nur Zahlungsbereitschaft zeigte. Auch in den folgenden Jahren brachte Frankia immerwieder wichtige Neuerungen auf den Markt, die Zentralversorgung, das Raumbad, der absenkbare Fernsehschrank sind nur einige wenige.

So, jetzt bin ich aber genug abgeschweift. Alles in allem war es eine wirklich schöne Reise, nur war das Treffen leider nach vier Tagen auch schon wieder vorbei, aber wir freuen uns sehr auf das nächste große Frankia Kundentreffen 2011!


 

Was uns dieses Schild an Nerven gekostet hat, kann ich keinen sagen, aber 44 km Umweg waren schon ärgerlich...


 

Dafür war der erste Campingplatz wirklich schön gelegen...


 

...und für Frankreich typisch durfte die 2CV im Fuhrpark natürlich nicht fehlen!


 

Der Andrang zur Weinprobe war immens, rund 400 Reisemobilisten wollten verköstigt werden.


 

Wie jeden Abend gab es auch am ersten Tag ein gemeinsames Abendessen mit Live-Band.


 

Schloss Chambord, das größte der Loire-Schlösser mit 440 Räumen!


 

Vor allem die extrem aufwendige Dachkonstruktion ist sehenswert.


 

König müsste man sein, das nenn ich mal ein Schlafzimmer. Aber unser Frankia war uns lieber, dieses ganze Blattgold an den Wänden ist so unpraktisch auf Reisen ;-)


 

Das Schloss Chenonceau ist, nach Versailles, das meistbesuchte Schloss Frankreichs und mit seiner Brückenkonstruktion absolut einen Besuch wert!


 

Spießbraten grillen leicht gemacht


 

Das schöne an gemeinsamen Wohnmobile-Fahrten ist das gesellige Miteinander und der Erfahrungsaustausch.


 

Ja, hier gab es noch extra mit genommenes fränkisches Bier, aber der Andrang war so groß, dass es am zweiten Abend zu Neige ging. Wobei uns der französische Wein sowieso mehr zusagte.


 

Aus ganz Europa kamen die Besucher zur großen Fahrt nach Frankreich.


 

Ein klasse Team, die Damen von Frankia sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Fahrt und organisierten auch die Bewirtung - keine leichte Aufgabe bei so vielen Reisemobilisten, aber hervorragend gelöst! An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön!

Von links nach rechts Dagmar Poincot, Bärbel Veith, Aurelie Jamard und Sylvia Pollack


 

Markttag in Pornic - Lebensfreude pur.


 

Die große Festhalle von Pornic mit den Mitarbeiter-Frankias.


 

Zwischendurch muss man auch mal entspannen...


 

Großer Gala-Abend mit Begrüßung durch Frankia Geschäftsführer Giam Hoang (links), den Bürgermeister von Marktschorgast Hans Tischhöfer (2ter v.l.), Pilote-Chef Philippe Pardiou (2ter v.r.) und den Bürgermeister von Pornic Philippe Boënnec (rechts)


 

Die Band hatte an diesem Abend die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Publikums - zumindest der männlichen Hälfte ;-)


 

In der großen Diashow zur Geschichte und Entwicklung Frankias wurde auch an den großen Brand im Dezember 2005 erinnert der das Stammwerk "Grundmühle" in Marktschorgast völlig zerstörte. Dank solider Finanzen konnte Frankia aber aus eigenen Kräften - noch bevor die Versicherung auch nur Zahlungsbereitschaft zeigte - neue Maschinen kaufen und den Betrieb so schnell wieder aufnehmen!


 

Der malerische Hafen von Pornic


 

Die Atlantikküste bei Pornic


 

Die Atlantikküste bei Pornic


 

Zum Abschied gab es noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.


 

Eine absolute Kuriosität ist uns dann auf dem Heimweg noch begegnet. Passend zum Wohnwagen hatten diese Camper noch einen zweiten Anhänger mit Waschmaschine und Trockner dabei!


 

Jetzt wissen wir auch wieder warum wir den TÜV gut finden! So eine abenteuerliche Konstruktion würde in Deutschland sicherlich nicht fahren dürfen. Die Wohnkabine gehört definitv zu einem anderen kleineren Fahrzeug und wurde mit ein paar Holzklötzen hochgebockt damit das neue Fahrzeug drunter passt. Wenn das mal gut geht bei der nächsten Vollbremsung...